Historisches Fechten

ist mittlerweile ein häufig gebrauchtes Wort. Doch was ist historisches Fechten überhaupt?

Die historischen europäischen Kampfkünste haben eine mindestens ebenso alte Tradition wie die asiatischen. Betrachtet man moderne Kampfsportarten wie Karate oder Judo, sind diese mit gerade einmal etwa 100 Jahren Bestand häufig nicht einmal halb so alt, wie ihre Verfechter  oft annehmen. Natürlich haben viele dieser Kampfarten historische Vorbilder. Andererseits besitzen wir in Europa eine durchaus lebendige Vergangenheit mit effizienten Kampfkünsten. Warum also sollten wir uns nicht auch mit unserer eigenen kriergerischen Vergangenheit auseinandersetzen? Einen Vergleich mit fernöstlichen Kampfkünsten brauchen die europäischen Versionen mitnichten zu fürchten.

Im Gegensatz zu den asiatischen Vertretern sind europäische Kampfkünste nach der Einführung der Feuerwaffen nicht mehr propagiert worden, sodass sie teilweise in Vergessenheit gerieten. Das alte Wissen wurde seit dem 17. und 18. Jahrhundert nicht mehr flächendeckend weiter gelehrt, sondern überdauerte hauptsächlich in Fechtbüchern der damaligen Zeit.

Historische Kampfkünste befassen sich überwiegend mit Blankwaffen und den dazu gehörigen Kampftechniken, umfassen aber auch den Kampf ohne Waffen.

Ab dem europäischen Mittelalter wurden Fechtschulen populär, die regional unterschiedliche Fechtstile unterrichteten. Hauptsächlich wird im Fechten dabei nach deutscher, italienischer, fränzösischer, englischer und spanischer Schule unterschieden. Dabei unterscheiden sich die Stile häufig durch die eingesetzten Waffen und vor allem durch die verwendeten Techniken. Die frühesten und auch weiter verbreiteten Fechtbücher stammen aus dem deutschsprachigen Raum, weshalb diese Fechtkunst auch heute noch gut dokumentiert ist.

Der jeweilige Einsatzzweck beeinflusste die Fechttechnik ebenfalls maßgeblich. So wird sich das Training eines Kreuzritters von dem eines fahrenden Fechtmeisters erheblich unterschieden haben.

Ähnlich wie bei asiatischen Kampfkünsten haben sich auch aus den europäischen Varianten moderne Sportarten herausgebildet. Das moderne Sportfechten beispielsweise hat seinen Ursprung in der französischen und italienischen Fechtschule der Renaissance.

Heutzutage gibt es viele Fechtgruppen, die versuchen, diese alte Kampfkunst zu rekonstruieren und wieder mit Leben zu füllen. Die Motivation ist dabei ganz unterschiedlicher Art. Es gibt jene, die nach Art der Klopffechter auf Mittelaltermärkten ihr Können zur Schau stellen und jene, die sich dem Fechten als Kampfsport widmen.

Historisches Fechten Westfalen möchte für all jene sein, die sich der Erhaltung und Pflege historischer euorpäischer Kampfkunst verschrieben haben und speziell für den Raum Westfalen Trainierenden und Interessierten eine Plattform im Internet bieten, um Wissen und Ideen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Freuen wir uns, dass wir ohne die Notwendigkeit des Überlebenskampfes die hohe Kunst des Kampfes im Respekt vor der Geschichte studieren können.

So freuen wir uns sehr, Euch herzlich begrüßen zu können und laden Euch ein, ein wenig Zeit auf unseren Seiten mit Stöbern zu verbringen.

 

vor noch swach stark Indes

an den selben woertern leit alle kunst

meister lichtnawers

und sint dy gruntfeste und der

kern alles fechtens czu fusse ader czu rosse

blos ader in harnuesche.

 

- Meister Liechtenauer -

 

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